Donnerstag, 6.5.2021

Donnerstag, 6.5.2021

Es gibt Eltern, die den Körperkontakt zu ihren Kindern explizit meiden. Die Ursachen für dieses Verhalten können sehr vielfältig sein. Sie reichen von psychischen Erkrankungen (zum Beispiel Depressionen) bis hin zu geringen oder negativen Körpererfahrungen mit den eigenen Eltern. Verschiedene Studien zeigen, dass Erwachsene, die in der Kindheit nicht die Erfahrung positiver Körperinteraktionen gemacht haben, als Eltern große Schwierigkeiten haben, das kindliche Nähebedürfnis zu befriedigen.
Martin Grunwald: Homo Hapticus, Seite 94

Heute ist in der Pädagogik allgemein bekannt, wie wichtig das Eingehen auf kindliche Bedürfnisse für Bindung und Emotionsregulation der Kinder ist. Dennoch ist die Angst, das Kind “zu sehr zu verwöhnen”, wenn man auf Weinen, Schreien und Bitten der Kinder eingeht, immer noch verbreitet. Das Schlimme: Dieser weit verbreitete Irrtum hat seinen Ursprung in einem Erziehungsratgeber für deutsche Mütter aus der NS-Zeit. In diesem wurde davon abgeraten, auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen oder Körperkontakt herzustellen. Durch fehlende Bindung zu den Eltern sollte das Zugehörigkeitsgefühl zum “Volk” und zur NSDAP gestärkt werden.

Warum eine sichere Bindung so relevant ist, sehen Sie im folgenden Video:

Text: Natascha Plank
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