Samstag, 10.4.2021

Samstag, 10.4.2021

Hersteller nutzen im Entwurfs- und Gestaltungsprozess ein Teilgebiet der Ergonomie: die Anthropometrie. Diese liefert mittlere Maßdaten über Körperbau, Körperkräfte und Körperbewegungen bei einer bestimmten Alters- und Geschlechtsgruppe. Mithilfe anthropometrischer Verfahren ist es zum Beispiel möglich, die durchschnittliche Länge eines Arms oder die mittlere Greifkraft einer Frau im Alter zwischen 20 und 35 Jahren zu ermitteln und als Normdaten zu fixieren.
Martin Grunwald: Homo Hapticus, Seite 212

Die Autorin Caroline Criado Perez beschreibt in ihrem Buch Invisible Women (Unsichtbare Frauen), dass häufig Daten von Männern als Standard für Designs herangezogen werden. Die Folgen? Bei einem Autounfall ist zum Beispiel das Risiko, schwer verletzt zu werden, für Frauen um 47 Prozent höher als für Männer, da Crashtest-Dummys auf einen durchschnittlichen Mann ausgelegt sind. Ähnliches gibt es bei der Höhe von Stühlen, in der Spracherkennung von Navigationsgeräten oder bei fehlenden Daten zu Nebenwirkungen von Medikamenten bei Frauen.

Das Modelabel „Auf Augenhoehe“ in Berlin zeigt, wie es anders geht:

Text: Natascha Plank
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